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Wer braucht denn schon ein Smart Home?

Als wir 2011 bauten, stand für mich fest: Das Haus wird smart! Die Begeisterung bei meiner Frau war nicht gerade überragend, da sie sich nichts darunter vorstellen konnte, außer das es vermutlich teurer wird als eine traditionelle Installation. Frage ich sie heute –  10 Jahre später, ob es richtig war, dass wir uns für ein Smart Home entschieden haben, antwortet sie: “Ich kann es mir ohne gar nicht mehr vorstellen! Alltägliche Aufgaben werden vom Haus übernommen. Ich hab mehr Zeit für wichtigere Dinge.”

Der Begriff Smart Home ist in aller Munde, viele sprechen davon, jedoch JEDER interpretiert damit etwas anderes. Hier einige Beispiele welche Aussagen ich in den letzten Jahren so gehört habe:

  • “Mit Amazon Alexa kann ich das gesamte Haus steuern, z.B. ‘Alexa, schalte das Licht im Wohnzimmer ein'”
  • “Ein Smart Home ist für mich das Licht via App zu steuern und dabei meine Lieblingsfarbe einzustellen.”
  • “Von unterwegs aus kann ich auf mein Zuhause zugreifen, um Kameras einzusehen oder frühzeitig die Heizung wieder einzuschalten, da der Winterurlaub in den Bergen zu Ende geht.”
  • “Smartes Wohnen bedeutet für mich in der Wohnung intelligente Steckdosen zu verteilen, welche man via App ein und ausschalten kann.”

Meine Definition für ein Smart Home:

Das Smart Home ist das perfekte Zusammenspiel der gesamten Haustechnik, um das Leben in den eigenen vier Wänden für den Bewohner komfortabler, sicherer und einfacher zu gestalten.

Die meisten der oben genannten Aussagen sind weder komfortabel, sicherer oder einfacherer in der Bedienung. Ein Smart Home gehört geplant: welche Anforderungen haben die Bewohner? Wie wohnt man in 10 oder 20 Jahren? Fehlt am Anfang die korrekte Heransgehensweise, werden die eigenen 4 Wände zu einer ewigen Baustelle.

Ich bin davon überzeugt, dass JEDER ein Smart Home möchte, nur weiß er es nicht! 🙂 Warum? Weil ich unter einem Smart Home etwas ganz anderes verstehe als andere Menschen.

Für mich ist ein Smart Home kein Produkt, welches man bei Amazon mal eben schnell bestellt und übers Wochenende einrichtet. Oder ein farbiger Ledstreifen inklusive Fernbedienung, den ich mir beim nächsten Baumarkt kaufen kann.

Ein Smart Home muss mich im täglichen Leben unterstützen, mir Aufgaben abnehmen, für Sicherheit sorgen und NIEMALS störend wirken. Wenn das Smart Home perfekt auf seine Bewohner eingestellt ist, verflucht man jedes 5 Sterne Hotel, garantiert! 🙂

Der Dirigent in einem Orchester ist wie die Smart Home Zentrale in einem intelligenten Haus. Er macht aus den einzelnen Komponenten ein großes Gesamtes, das harmonisch aufeinander abgestimmt ist.


Hier einige Beispiele wie so ein Zusammenspiel in der Praxis aussehen könnte:

  • Ein heißer Sommernachmittag. Die Sonne prallt vom Westen her auf die Glasflächen im Wohnzimmer. Es ist niemand zuhause. Die Heizung “spricht” zu den Raffstores im Westen: Bitte schließen! Wenn die Sonne aus dem Blickwinkel ist, fahr sie bitte wieder rauf.
  • Der Präsenzmelder registriert keine Anwesenheit mehr im Raum und “spricht” zur Musiksteuerung: Ich schalte dich aus, hier hat es wohl jemand vergessen. Dann spricht er zur Heizungssteuerung: Ich schalte dich in den Abwesenheitsmodus, kannst wertvolle Energie sparen. Dann “spricht” er noch zum Licht: Ich schalte dich aus, ist eh niemand mehr im Raum.
  • Es wird gekocht, Backofen läuft auf 200°C, die Waschmaschine ist gerade beim Heizen, einige Herdplatten sind eingeschaltet und schon wird das Leistungslimit erreicht, der Stromausfall steht kurz bevor. Die Energiemessung des Hauses “spricht” nun zur Musiksteuerung: Schalte bitte kurz die Musik aus und informiere die Bewohner über eine gesprochene Nachricht, dass sie gerade viel Energie verbrauchen und dass sie gebeten sind, Verbraucher im Haus wegzuschalten.

So ein Zusammenspiel der Haustechnik kann nur funktionieren, wenn alle Informationen zu einem zentralen Gerät zusammenfließen. Zu einer Art Kommandozentrale, wo dann intelligente Entscheidungen getroffen werden.

In ein Smart Home kann man integrieren: Klima (Heizen, Kühlen, Lüften), Beschattung, Licht, Sicherheit, Musik, Multimedia, Zutritt, Torsteuerung, Photovoltaik, Wetterstation, Sauna, Pool, Garten und vieles, vieles mehr.

Um die Frage “Wer braucht denn schon ein Smart Home?” zu beantworten, antworte ich auf die Frage mit einer Gegenfrage: wer braucht denn keine elektrische Beschattung? Keine Heizungsanlage? Kein Licht? Keinen Energieversorger und keine Multimediageräte? Jeder! Also braucht jeder ein Smart Home. 🙂

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